FC Luzern
12.09.2017 07:10

Marvin Schulz ist beim FC Luzern noch nicht angekommen

  • FCL-Verteidiger Marvin Schulz (links) hatte am Sonntag gegen Thun-Goalgetter Marvin Spielmann einen schweren Stand.
    FCL-Verteidiger Marvin Schulz (links) hatte am Sonntag gegen Thun-Goalgetter Marvin Spielmann einen schweren Stand. | Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 10. September 2017)
FUSSBALL ⋅ Der Ex-Gladbacher Marvin Schulz steht nach den letzten Spielen mit dem FC Luzern in der Kritik. Beim FCL sind in vergangener Zeit schon einige andere Innenverteidiger gescheitert.

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Profifussball kann ein knallhartes Geschäft sein. Wenn ein Spieler hohe Erwartungen weckt, diese aber nicht erfüllen kann, steht er schneller als andere in der Kritik. Neuzugang Marvin Schulz (22) muss diese Erfahrung derzeit beim FC Luzern machen.

Schulz debütierte vor zwei Jahren unter Lucien Favre bei seinem Ausbildungsverein Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga. Doch nach einer Niederlagenserie verliess der Schweizer Erfolgstrainer den Traditionsklub – und die verheissungsvolle Karriere des begabten Innenverteidigers kam nach nur acht Bundesligaspielen ins Stocken. Körperliche Probleme erschwerten zusätzlich die Rückkehr in die Mannschaft, wegen einer Adduktorenverletzung verpasste der 1,86 Meter grosse Defensivmann fast die gesamte letzte Saison.

Im Juni bei der Präsentation des Deutschen verkündete Sportkoordinator Remo Meyer, «dass der FCL einen solch talentierten Spieler nie hätte holen können, wenn er in den letzten Jahren 100 Prozent fit gewesen wäre». Für Trainer Markus Babbel war das ein Toptransfer, gehörte Schulz doch seit mehr als einem Jahr zu seinen Wunschspielern.

Für Babbel ist Schulz ein «Riesen-Abwehrtalent»

Babbel steht ungeachtet der scharfen medialen Kritik, die vor allem nach dessen ungenügender Defensivleistung am Sonntag gegen Thun (2:2) auf den Verteidiger niederprasselt, hinter seinem Landsmann. «Marvin Schulz ist ein Riesen-Abwehrtalent», betont Babbel und erklärt: «Aber er kommt aus einer zehnmonatigen Verletzungspause, da ist es klar, dass es bei der Rückkehr zu Höhen und Tiefen kommt.» Der FCL-Coach fordert nach den letzten drei Partien, in denen der designierte Abwehrchef bei allen vier Gegentoren gegen Sion (1:1), Zürich (1:1) sowie gegen Thun mitschuldig war, eine möglichst baldige Leistungssteigerung: «Er muss jetzt wieder lernen, aus solchen schwierigen Phasen herauszukommen.»

Luzern ist in den letzten Jahren ein schwieriges Pflaster für Innenverteidiger mit Vorschusslorbeeren gewesen. Gescheitert sind hoch bezahlte Profis wie François Affolter, Kaja Rogulj und Ricardo Costa. Den FCL haben sie jeder einzeln siebenstellige Summen gekostet, aber die Mannschaft sportlich nicht weitergebracht.

Bei Schulz sieht die Ausgangslage deutlich besser aus. Er zählt mit 22 Jahren noch immer zu den jungen Spielern – ganz im Gegensatz zu Altmeister Costa, der vor einem Jahr schon 35 war.

Voll des Lobes ist Babbel auch über die klubeigenen Innenverteidiger Stefan Knezevic (20) und Yannick Schmid (22), die abwechselnd neben Schulz spielen. «Sie machen ihre Sache bestens.» Nur eines hat ihnen der Ex-Gladbacher voraus. «Marvin verteidigt nicht nur sehr gut, er hat auch ein sehr gutes Aufbauspiel», ist Babbel überzeugt. Das mache Schulz so wertvoll.

Kommentare

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12.09.2017 08:04

Schulz hat den Durchbruch in der BULI ganz klar nicht geschafft! Er ist ja bereits 22 Jahre jung und in diesem Alter haben einige Spieler auch in der Deutschen Liga bereits einen Stammplatz! Der FC Luzern hätte zwingend einen etablierten Verteidiger verpflichten müssen und es ist mehr als blauäugig zu denken, dass ein Spieler der NICHT gut genug für die BULI war, die Defensive stärken, geschweige den der Chef sein kann! Schulz hat sehr viele Defizite vor allem auch technisch und dann ist er verhältnismässig langsam! Er wird kaum je reüssieren, weil er schlicht zu wenig Klasse hat! Da ist ein Knezevic viel weiter und wirkt abgeklärt, ruhig und wesentlich stabiler! Luzern ist momentan über Niveau klassifiziert, denn dieses Team hat zu wenig Qualität, um auf die Dauer in der SL zu bestehen! Abgesehen von Schwegler und ab und an Knezevic ist die Defensive zu schwach und vor allem auch das Mittelfeld!! Custodio überzeugt nicht und Kryeziu wird massiv überschätzt und wirkt sehr schwach!

René Bättig ⋅ Beiträge: 363
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12.09.2017 09:48

Schulz wirkt in der Tat im Team isoliert, hat am Sonntag viele Stockfehler gezeigt, wenigstens wurde sein unbändiger Rush mit dem Ball am Fuss nach vorne letztlich in der Passkette mit einem Tor abgeschlossen. Kryeziu wird hoffnungslos überschätzt, er ist sicher kein Mittelfeldregisseur, aber ohne ihn geht leider in diesem Team noch viel weniger. Custodio leider, leider ein reiner Mitläufer, keine einzige nennenswerte Aktion ging von ihm aus. Er läuft und läuft wie ein Duracell-Hase, aber ohne jegliche Effektivität und Effizienz. In der Verteidigung kann man nur sehnsuchtsvoll die Rückkehr des jungen Alves abwarten, denn wer für die Defensive einen Langzeitverletzten wie Schindelholz eingekauft bzw. diesen Transfer durch die Sportkommission Babbel/Meyer/Kälin/Sieber - nach welchen Gesichtspunkten auch immer - entschieden hat, der soll bitteschön dafür hinstehen und Farbe bekennen. Solche sportlichen Faillites der Sorte hatten wir doch schon wahrlich genug.

Hans Mahlstein ⋅ Beiträge: 357
» antworten

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