FC Luzern
10.09.2017 18:39

Traumtorschütze Demhasaj ärgert sich nach Punktgewinn gegen Thun

  • Mann mit Durchsetzungsvermögen: Shkelqim Demhasaj (Mitte).
    Mann mit Durchsetzungsvermögen: Shkelqim Demhasaj (Mitte). | Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 10. September 2017)
FUSSBALL ⋅ Einwechselspieler Shkelqim Demhasaj sorgt mit einem Tor und einem Assist dafür, dass der FCL gegen Thun immerhin 2:2 spielt. Trotzdem äussert er sich kritisch.

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Shkelqim Demhasaj (21) ist jung und unbekümmert. So locker wie der Schweiz-Kosovare nach dem Spiel und den Interviews auf der Haupttribüne Familienmitglieder und Freunde abklatschte, so unbefangen spricht er mit den Medien. «Klar freut mich mein Tor, aber wir sind wie schon im Heimspiel gegen GC hinten nicht gut gestanden und mussten einen 0:2-Rückstand aufholen. Das dürfte uns nicht passieren», ärgerte sich der eingewechselte FCL-Stürmer.

Demhasaj wäre nur zufrieden gewesen, wenn er mit Luzern in den Schlussminuten noch den 3:2-Siegtreffer erzielt hätte. Ein solch optimaler Ausgang nach dieser in der ersten Halbzeit schwachen Darbietung des FCL wäre dann aber des Guten zu viel gewesen. Thun-Trainer Marc Schneider fiel es bereits schwer, das 2:2-Unentschieden zu akzeptieren. «Wir sind nach diesem Match enttäuscht, nur mit einem Punkt heimzufahren», stellte er fest. Ungewollt lobte er Dem­hasaj für dessen Traumtor zum 2:2-Endstand in der 84. Minute: «Das ist schon unglaublich, Luzern erzielt jedes Mal das Tor des Monats, wenn wir hier spielen», haderte Schneider.

Demhasajs Direktabnahme entschädigt die FCL-Fans

1,90-Meter-Mann Demhasaj meinte zum spektakulären Treffer auf Assist des ebenfalls eingewechselten Cedric Itten nur: «Ich habe volles Risiko genommen und getroffen.» Dieses Tor entschädigte die lediglich 8628 Zuschauer in der Swisspor-Arena für die vielen Zuspielfehler und das ungenügende Zweikampfverhalten des FCL während den ersten 45 Minuten.

In der zweiten Halbzeit wurde das Engagement der Luzerner deutlich besser. Die Hereinnahme von Hekuran Kryeziu brachte den Gastgebern nicht zuletzt wegen dessen hoher Quote an gewonnenen Zweikämpfen endlich den Zugriff aufs Spiel. Nur lagen die Innerschweizer bereits 0:1 hinten – einen Freistoss von Matteo Tosetti hatte Simone Rapp in der 11. Minute zur Thuner Führung ins FCL-Tor gelenkt.

Weil Tomi Juric nach der Pause mit zwei hochkarätigen Chancen an Thun-Goalie Francesco Ruberto scheiterte, blieben die agilen und schnellen Berner Oberländer mit viel Raum kontergefährlich. Eine perfekte Kombination schloss Marvin Spielmann in der 57. Minute zum 2:0 der Gäste ab. Der herausragende U21-Internationale schoss damit bereits seinen sechsten Saisontreffer.

Ausgepumpt verliess der 21-jährige Spielmann acht Minuten später den Platz. Für Luzern quasi das Startzeichen zur Aufholjagd. Prompt markierte kurz darauf Daniel Follonier (68.) mit einem harten Linksschuss das 1:2-Anschlusstor. Die Vorlage zur FCL-Torpremiere des Ex-Sitteners gab Demhasaj, der anschliessend wie erwähnt seinen zweiten Treffer für Luzern erzielte. Das erste Tor hatte er kurz vor Schluss gegen GC geschossen, damals endete die Partie ebenfalls 2:2. Vielleicht ärgerte sich Demhasaj am Sonntag auch darum: Er traf zwar erneut, aber wieder reichte es nicht zum Luzerner Sieg.

Der junge Mann will unbedingt gewinnen – und mit dieser Einstellung tut er dem weiter viertplatzierten FCL gut. Längst nicht alle Mitspieler waren gestern nur halb so effizient wie Demhasaj.

 

FC Luzern - FC Thun: So lief das Spiel »

Luzern - Thun 2:2 (0:1)

8628 Zuschauer. - SR Schärer. - Tore: 11. Rapp (Tosetti) 0:1. 57. Spielmann (Da Silva) 0:2. 68. Follonier (Demhasaj) 1:2. 84. Demhasaj (Itten) 2:2.

Luzern: Omlin; Schwegler, Knezevic, Schulz, Lustenberger (46. Kryeziu); Rodriguez (35. Demhasaj), Schneuwly, Custodio, Follonier; Ugrinic (73. Itten); Juric.

Thun: Ruberto; Glarner, Bürgy, Gelmi, Facchinetti; Sutter (56. Lauper); Tosetti, Hediger, Da Silva (82. Ferreira); Spielmann (65. Sorgic), Rapp.

Bemerkungen: Luzern ohne Arnold, Jong, Lucas, Schindelholz und Schürpf, Thun ohne Bigler, Faivre und Rodrigues (alle verletzt). 26. Kopfball von Rapp an Aussenpfosten. 43. Pfostenschuss von Spielmann. Verwarnungen: 36. Schneuwly (Foul). 40. Sutter (Foul). 44. Facchinetti (Foul). 74. Tosetti (Unsportlichkeit). 87. Juric (Reklamieren). 88. Glarner (Foul).

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  • FANalyse: FCL - FC Thun

  • Interview mit Shkelqim Demhasaj

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