OLYMPISCHE SPIELE

Lena Frauenknecht erzählt von ihrer Arbeit im House of Switzerland

Die Obwaldnerin Lena Frauenknecht arbeitet während Olympia im House of Switzerland. Wenn die Koreaner ein Schweizer Kreuz sehen würden, sei «alles gut», sagt die 30-Jährige.
13.02.2018 | 09:54
Aktualisiert:  13.02.2018, 13:00

Auf der Terrasse gönnen sich die Skifahrerinnen Corinne Suter und Jasmine Flury Älplermagronen mit Apfelmus. Ein paar Meter von ihnen entfernt steht Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer neben einem Mini-Eisfeld. Es ist Nachmittag, die Sonne scheint, der Wind hat sich für einmal beruhigt, auf der Grossleinwand läuft die Halfpipe-Qualifikation der Snowboarder.

Gelassene Stimmung. Mittendrin posiert die Obwaldnerin Lena Frauenknecht mit dem Maskottchen des House of Switzerland (HoS). Das Maskottchen heisst Heidi. Mit ganz viel Gutdünken erkennen wir in dem Comic-artigen Wesen die Romanfigur von Johanna Spyri.
«Die Koreaner lieben es, mit Heidi Selfies zu machen», sagt Frauenknecht. Die 30-Jährige ist Eventmanagerin im House of Switzerland. Für Unkundige der Branche ein abstraktes Tätigkeitsfeld.

Frauenknecht ist dafür besorgt, dass die Anlässe und Auftritte der vielen Sponsoren und Partner des HoS reibungslos über die Bühne gehen. «Meine Aufgabe ist, dass alles zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist», sagt sie. Die Giswilerin reiste schon eine Woche vor der Eröffnungsfeier nach Pyeongchang. Seither arbeitet sie praktisch täglich im HoS.

Es ist nicht ihr erster Aufenthalt in Südkorea. Während eines Jahres wohnte sie in Seoul, weil ihr damaliger Freund – ein Schweizer – in der Hauptstadt eine Stelle als Koch hatte. Sie selbst baute währenddessen ihr eigenes «Gschäftli» auf, wie sie es nennt. Sie backte Schweizer Spezialitäten und verkaufte diese an Restaurants. Bündner Nusstorte, Luzerner Lebkuchen, Basler Leckerli.

«Das Lebkuchen-Gewürz musste ich importieren. Die restlichen Zutaten bezog ich in Korea», sagt sie. Das Geschäft lief, die Asiaten fanden ihren Gefallen an den Backwaren. «Wenn die Koreaner ein Schweizer Kreuz sehen, ist meist alles gut für sie.»

Von Rio nach Yongpyong

Durch ihre Hobby-Bäckerei kam sie mit der Schweizer Botschaft in Seoul in Kontakt. Über diese Beziehung gelangte sie zum Job im House of Switzerland, das von «Präsenz Schweiz» betrieben wird - im Auftrag des Bundes. Speziell am HoS ist, dass es als einziges Nationenhaus öffentlich zugänglich ist.

Bereits bei den Sommerspielen 2016 war derselbe Bau in Rio stationiert. Nach Olympia wurde das Haus verschifft und später wieder in Yongpyong aufgebaut. Hier treffen sich auf rund 1400 Quadratmetern Athleten, Medienschaffende, Schweizer und Einheimische. «Die Koreaner sind sehr neugierige Leute und interessieren sich vor allem auch für das Kulinarische», sagt Frauenknecht.

Nebst Magronen gibt es Fondue und Raclette sowie Rösti und Bratwurst. Die Rohstoffe stammen grösstenteils aus der Schweiz. Mit Ausnahme der Wurst. Fleisch zu importieren ist nicht erlaubt. Dass der heimische Geschmack dennoch erkennbar ist, wurden die Würste unter Anleitung eines Schweizer Metzgers in Südkorea hergestellt.

Das Restaurant im HoS ist aber auch beliebt, um sich von der eisigen Kälte aufwärmen zu können. Ein Problem das Frauenknecht nicht kennt. «Ich habe selten kalt, weil ich andauernd in Bewegung bin.» Ausserdem seien ihr die koreanischen Winter bekannt gewesen, sagt sie.

Frauenknecht erlebt zum ersten Mal olympische Spiele vor Ort. Von den Wettkämpfen bekam sie aber bisher nur am Rande mit. Den Athleten begegnet sie aber öfters. «Das ist sehr spannend für uns, die Sportler aus nächster Nähe zu sehen. Sie machen alle einen entspannten Eindruck.»

Und vielleicht wird Frauenknecht von der einen oder dem anderen noch eine ausgelassenere Seite kennenlernen. Denn die Medaillenfeiern finden alle im House of Switzerland statt.

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  • Lena Frauenknecht arbeitet im House of Switzerland

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