Zug
14.09.2017 05:00

Dank einem Neubau mehr Platz für die Patienten

  • Die Spitalleitung plant, rund 3000 Quadratmeter an Büro- und Verwaltungsflächen in einem Neubau unterzubringen. Dieser soll südlich des Hauptgebäudes zu stehen kommen.
    Die Spitalleitung plant, rund 3000 Quadratmeter an Büro- und Verwaltungsflächen in einem Neubau unterzubringen. Dieser soll südlich des Hauptgebäudes zu stehen kommen. | Bild: Patrick Hürlimann (Baar, 13. September 2017)
BAAR ⋅ In einem Neubau im Süden des Areals will das Kantonsspital Büros unterbringen und damit Flächen im Hauptgebäude freispielen. Das Projekt befindet sich erst in den Startlöchern – zuerst gilt es, den Quartiergestaltungsplan anzupassen.

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Das Zuger Kantonsspital braucht mehr Platz für die ambulante Behandlung seiner Patienten. Entstehen sollen die zusätzlichen Flächen im bestehenden Hauptgebäude. Um dort Platz zu schaffen, will die Spitalleitung Büroflächen in einen Neubau im Süden des Areals auslagern. Für das Gebiet in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen gilt der 2008 festgesetzte Quartiergestaltungsplan «Gesundheitsbezirk». Um den Weg für das Projekt zu ebnen, ist eine Anpassung dieses Gestaltungsplans nötig. Am Dienstagabend informierten Vertreter des Kantonsspitals, der Gemeinde und des beteiligten Architektur- und Generalplanungsbüros über die Anpassungen und das Richtprojekt.

Mit dem Ausbau will das Spital dem Bevölkerungswachstum im Kanton Rechnung tragen. «Wir rechnen mittelfristig, also in rund fünf Jahren, mit einem zusätzlichen Bedarf im ambulanten Bereich», erklärte Direktor Matthias Winistörfer. «Im Hauptgebäude bestehen dafür geeignete Räume. Das bedingt aber, dass die aktuell hier untergebrachten Büro- und Verwaltungsflächen weichen.» Man rechne mit einer benötigten Bruttofläche von etwa 3000 Quadratmetern.

Mehrere Varianten wurden geprüft

Untersuchungen hätten gezeigt, dass eine Aufstockung des bestehenden Haupthauses «unverhältnismässig aufwendig» sei, führte Hans Haueter, Architekt beim Unternehmen Burckhardt + Partner AG, aus. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie habe man verschiedene Varianten geprüft – darunter auch die Möglichkeit, im noch nicht bebauten Baubereich 4 im Westen des Gebiets (hin zum Areal Weidhof) ein Gebäude zu errichten. Als beste Variante kristallisierte sich schliesslich jene eines zusätzlichen Baufeldes im Süden des Areals heraus. «Die Fassade des Spitals wird damit nur minimal verstellt und das zukünftige Entwicklungspotenzial des Gesundheitsbezirks Baar bleibt erhalten», strich Haueter die Vorteile heraus. Zudem sei keine Anpassung der Bauzonengrenze notwendig.

Das neue Bürogebäude soll dort entstehen, wo zurzeit unter der Erde die neuen Räume der Radio-Onkologie gebaut werden. Das Luzerner Kantonsspital wird ab Ende 2018 für den Betrieb der Strahlentherapie-Abteilung für Krebspatienten zuständig sein. Die beiden Spitäler haben eine Zusammenarbeit vereinbart. Der Neubau wird voraussichtlich sechs Geschosse umfassen und darf laut dem Richtprojekt maximal ein Geschoss höher als das Kantonsspital (exklusive Aufbauten) sein. Ausserdem ist eine gedeckte Verbindung zum Hauptbau vorgesehen. Die Grundform des Gebäudes ist noch nicht genau definiert. «Es sind verschiedene Grundrisse denkbar», sagte Hans Haueter. «Hier handelt es sich erst um ein Richtprojekt, das als Basis für die weitere Planung dient.» Die Details sollen dann im Rahmen eines Architekturwettbewerbs festgelegt werden.

Für den Büroneubau sind keine zusätzlichen Parkplätze nötig, wie Jost Arnold, Vorsteher Liegenschaften/Sport bei der Gemeinde Baar, betonte. «Das wurde gemeinsam mit Verkehrs­planern abgeklärt. Eine neue Einmündung ab der Weststrasse ist für diesen Baubereich nicht notwendig. Die Erschliessung erfolgt über das Parkhaus an der Landhausstrasse.»

Eine Etappierung wäre denkbar

Und was sind nun die nächsten Schritte? Mitte Oktober soll die Anpassung des Quartiergestaltungsplans laut Gemeinderat Jost Arnold in die öffentliche Auflage gehen. Den weiteren Fahrplan habe man noch nicht festgelegt, wie Spitaldirektor Matthias Winistörfer ausführte: «Mit der Anpassung des Quartiergestaltungsplanes wird die Grundlage geschaffen. Danach folgt der übliche Prozess für Bauprojekte. Es wäre auch eine Etappierung denkbar, also dass wir nicht die ganze Fläche aufs Mal bauen würden. Doch so weit fortgeschritten ist die Planung noch nicht.» Auch über die Kosten kann und will sich der Spital­direktor zum heutigen Zeitpunkt noch nicht äussern. Er sagt nur so viel: «Wir werden ein funktionales Gebäude realisieren. Die Anforderungen an ein Bürogebäude sind um einiges tiefer als an ein Spitalgebäude.»

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