Luzern
13.09.2017 05:00

Sieht so das Sitzbänkli der Zukunft aus?

  • Unbeliebt: Das orangefarbene Plastikmöbel auf dem Kornmarkt wird nicht nur von diesen beiden deutschen Touristen kritisch begutachtet.
    Unbeliebt: Das orangefarbene Plastikmöbel auf dem Kornmarkt wird nicht nur von diesen beiden deutschen Touristen kritisch begutachtet. | Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 12. September 2017)
  • Knallig: Die bunten, verschiebbaren Sitzbänke sind für Jim Bischof  (11) wegen der fehlenden Rückenlehne zu ungemütlich.
    Knallig: Die bunten, verschiebbaren Sitzbänke sind für Jim Bischof (11) wegen der fehlenden Rückenlehne zu ungemütlich. | Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 12. September 2017)
  • Futuristisch: Belinda Zappacosta entdeckt beim Ausprobieren des grünen Sessels ihr inneres Kind wieder.
    Futuristisch: Belinda Zappacosta entdeckt beim Ausprobieren des grünen Sessels ihr inneres Kind wieder. | Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 12. September 2017)
  • Bequem:  Man kann liegen oder sitzen. Nicole Blumer und Yves Zurkirch geniessen die Aussicht auf den See.
    Bequem: Man kann liegen oder sitzen. Nicole Blumer und Yves Zurkirch geniessen die Aussicht auf den See. | Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 12. September 2017)
  • Sozial: Auf dem Holzring kann man auch im Kreis sitzen. Das gefällt Michelle Fischer auf Anhieb.
    Sozial: Auf dem Holzring kann man auch im Kreis sitzen. Das gefällt Michelle Fischer auf Anhieb. | Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 12. September 2017)
  • Die Sitzmöbel (jeweils von links): Surprising, Stella, Sol, Landi,Holzring, Enzo, Plico und Pebros.
    Die Sitzmöbel (jeweils von links): Surprising, Stella, Sol, Landi,Holzring, Enzo, Plico und Pebros. | Bilder: PD/www.statluzern.ch
LUZERN ⋅ Die Stadt testet zurzeit neuartige Sitzgeräte. Wir haben bei Passanten nachgefragt, was sie davon halten. Die Meinungen gehen weit auseinander – und reichen von «sehr bequem» bis «scheusslich».

Chiara Stäheli

chiara.staeheli@luzernerzeitung.ch

Farbig, holzig, eckig, rund – die Stadt Luzern testet derzeit zahlreiche Sitzmöbel und fordert die Bevölkerung auf, in der Online-Umfrage Bewertungen abzugeben. Diese werden anschliessend ausgewertet, und anhand der Resultate prüft die Stadt die Anschaffung neuer Sitzmöbel. Wir haben uns bereits jetzt fünf davon genauer angeschaut.


Das Futuristische

In der Tribschenstadt sind bereits von Weitem drei grüne Sitzgelegenheiten sichtbar. Auf den ersten Blick ist unklar, wie man sich am besten auf sie setzen soll. Belinda Zappacosta, Bewohnerin des Tribschenquartiers, hat den Dreh schnell raus und kann den Sessel als eine Art Schaukel nutzen. Auf die Frage, was ihr am Sitzmodell besonders gefällt, antwortet sie: «Es ist super zum Spielen, vor allem für jüngere Leute. Man hat viele Möglichkeiten, sich hinzusetzen.» Sie sieht einen weiteren Vorteil darin, dass er aus Plastik besteht. So ist die Verletzungsgefahr besonders für kleinere Kinder sehr gering. Einen Verbesserungsvorschlag hat Belinda Zappacosta dennoch: «Ich fände es super, wenn die Sitzmöbel in den Farben blau und weiss gehalten wären. Das würde perfekt zu Luzern passen.»


Das Unbeliebte

Auf dem Kornmarkt sticht ein orangefarbenes Sitzmöbel aus Plastik besonders heraus. Doch es scheint bei der Bevölkerung nicht sehr beliebt zu sein. So läuft eine Dame vorbei und meint: «Das ist ja scheusslich!» Nicht viel anders sehen das zwei Touristen aus Deutschland. Ihr Fazit nach dem Probesitzen: «Der Sessel ist hart, kalt und passt überhaupt nicht in die historische Umgebung hier. Viel eher sollte er an einem moderneren Standort platziert werden.» Zudem erkennen die Gäste aus Deutschland bereits erste Spuren von Vandalismus.


Das Knallige

Diese verschiebbare Sitzkonstruktion befindet sich im Tribschenquartier. Jim Bischof, der nicht weit entfernt wohnt, testet diese sogleich aus. Ihm gefallen die vielen Farben eher weniger: «Es ist mir etwas zu bunt. Ich würde viel lieber nur rote Bänke haben, die aus Holz sind.» Was ihm ebenfalls nicht so ganz passt, sind die fehlenden Sitzlehnen. «Ich denke, es wäre gemütlicher, wenn man sich anlehnen könnte.» Gerne würde Jim Bischof in weiteren Teilen der Stadt solche Sitzmöbel auffinden, «aber nur, wenn sie auch wirklich dorthin passen», so der 11-Jährige. Die farbige Bankkonstruktion lässt grossen Gestaltungsspielraum offen. Durch die Möglichkeit, die einzelnen Teilbänke zu verschieben, kann man entweder eine lange Bank daraus machen, einen Rundkreis erstellen oder sonstige Formen erbauen.


Das Soziale

Ein einladender Holzring befindet sich auf dem Kornmarkt. Michelle Fischer aus Luzern macht es sich darauf bequem: «Das Holz gefällt mir sehr, es passt zur Umgebung und bleibt auch bei kälteren Temperaturen angenehm warm. Der ganze Ring ist wie ein Kunstwerk.» Nicht nur der jungen Dame gefällt der Ring, auch zahlreiche andere Passanten bleiben stehen und schauen sich den Holzring genauer an. Das Loch in der Mitte bietet zudem die Gelegenheit, im Kreis zu sitzen. Wäre nun in der Mitte noch ein kleiner Tisch installiert, so hätte man auf dem Kornmarkt optimale Voraussetzungen für eine gemütliche Jass- oder Plauderrunde.


Das Bequeme

Direkt am See lädt auf dem Kurplatz eine Holzliege zum Verweilen ein. Nicole Blumer aus Buchs und Yves Zurkirch aus Kriens testen die Liegemöglichkeit sogleich aus. Was Nicole Blumer sofort auffällt, ist der spezielle Geruch. «Durch den Regen riecht das Holz komisch. Wenn die Sonne scheinen würde, dann wäre diese Liege sicherlich super zum Ausruhen und Geniessen. Dann könnte man hier bestimmt auch ein tolles Picknick veranstalten.» Auch Yves Zurkirch gefällt die Liege im Grossen und Ganzen gut. Er fragt sich jedoch, wie lange das Holz wohl schön bleiben wird, da die Liege direkt am Vierwaldstättersee liegt und Wind und Wetter ausgeliefert ist.

Hinweis

Was halten Sie von den neuen Sitzgelegenheiten? Umfrage auf: www.sitzmoebel.stadtluzern.ch

Kommentare

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13.09.2017 08:27

An welchem Schreibtisch ist diese Projekt wohl entstanden? Dieses Departement ist bestimmt unterbeschäftigt dass es auf solche hirnrissigen Ideen kommt. Überall wird gespart aber dafür scheint immer noch Geld da zu sein. Beim kleinen Park vis à vis der Klinik St. Anna sind täglich 5 schöne leer Bänke zu bewundern. Da könnte man noch ein paar demontieren und anderswo verwenden.
Ich werde jedenfalls zukünftig weiterhin jede gewünschte Steuererhöhung an der Urne ablehnen.
Rolf Albisser

Rolf Albisser ⋅ Beiträge: 17
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13.09.2017 11:26

Ich bewerte die Arbeit unserer Stadtregierung und das Haushalten mit unseren Steuergeldern als sehr mangelhaft.

Richtig, Herr Albisser, diese Arbeitstherapie ist Stoff für die nächste sonntägliche Beamtenkolumne "Amtlich". Übrigens ein erheiterndes Kleinod dieser Zeitung.

George Theiler ⋅ Beiträge: 141
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13.09.2017 12:03

Die Luzerner Altstadt bietet im Gegensatz zu anderen Städten keinen Aufenthaltswert. Es gibt kaum Plätze auf denen man sich ohne Konsumationszwang sitzend aufhalten kann und gleichzeitig weint man darüber, dass die Luzerner Lädeli sterben. Wenn wir möchten, dass sich Menschen in der Stadt aufhalten können, dann müssen wir sie auch attraktiver machen. Einmal etwas neues ausprobieren ist zu begrüssen! In Wien stehen innovative Möbel auf der Strasse und die Menschen essen da ihr Mittagessen und plaudern. So etwas wäre auch in Luzern wertvoll. Wir gehen auf jeden Fall nie in die Altstadt mit unserem Z'mittag, weil man sich da nirgends hinsetzen kann und deshalb kommen wir auch nicht an den Läden vorbei um spontan etwas zu kaufen.

Laura Tom ⋅ Beiträge: 1
» antworten
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13.09.2017 18:49
als Antwort auf das Posting von Laura Tom am 13.09.2017 12:03

Es gibt in Luzern wirklich genug Bänke am Quai, Frau Tom.

George Theiler ⋅ Beiträge: 141
» antworten
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13.09.2017 16:05

Die Lädeli hätten sicher grosse Freude, wenn Laura Tom mit ihren "Gspänli" und dem Take Away Essen in der Hand bei ihnen shoppen würden. Nachher kann ja das leere Wegwerfgeschirr auch gleich vor dem Lädeli deponiert werden.
Schönen Gruss
Rolf Albisser

Rolf Albisser ⋅ Beiträge: 17
» antworten
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13.09.2017 18:14

Es ist ein Hohn , dass die Stadt für solche unmöglichen Bänklialp Geld aufwendet ! Wenn schon , dann bitte anständige Sitzgelegenheiten , auf welchen sich auch ältere Menschen hinsetzen können.
Dieses Geld würde man besser einsetzten , damit die Krankenkassen-Prämienvergünstigungen nicht wieder zurückgefordert werden. Diese Personen haben ohnehin nicht genug Geld.

Urs Ritter ⋅ Beiträge: 1
» antworten

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