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FASNACHT

Politische Patzer und Parkplätze bei den Willisauer Schnitzelbänkler

Verspätete Abstimmungsunterlagen und untaugliche Parkingmeter – die Willisauer Schnitzelbänkler gifteln nach Noten über die Classe Politique der Gemeinde.
13.02.2018 | 19:27

Hannes Bucher

kanton@luzernerzeitung.ch

Der passionierte Schnitzelbänkler Cali kann es nicht lassen. Seit 20 Jahren witzelte er jeweils gemeinsam mit seinem Partner Steffen am Sprüchliabend in Willisau. Nun hat er sich mit einem neuen Kumpanen zusammengetan: Als «Cali & Vali 2018» traten die beiden Ur-Willisauer zusammen mit acht weiteren Gruppen am Montagabend in den örtlichen Beizen auf. «Generationenprojekt» nannten sie ihr Programm. Dies in Anlehnung an das gleichnamige aktuelle Grossprojekt in Willisau, bei dem Stadt, katholische Kirchgemeinde und Private gemeinsame Sache machen.

Der Patzer des Stadtrates mit den zu spät verschickten Abstimmungsunterlagen (Ausgabe vom 6. Januar) war für die beiden natürlich willkommener Zündstoff. Ebenso das komplizierte neue Parksystem. Da muss etwa die Natelnummer beim Parkingmeter eingeben werden. Die Antwort folgt auf dem Fuss: «Kein Anschluss unter dieser Nummer.» Und ja, in Willisau reden sie neuerdings von Merz und nicht mehr von März – weil eben der SVP-Ortspräsident sich mit «e» schreibe und immer wieder von sich reden machte.

Zwischen der Werbung gibts Fakten

Später erschienen dann Petra und Aloisius mit Ihrem «WEF»-Auftritt – will heissen «Willisauer Engel Forum»: Sie erzählten Kurioses aus dem grossen und kleinen Alltag im Hinterland. Aloisius verriet dabei auch, weshalb er einen Schraubenzieher zum Parkieren mitnehme: Nun, es heisse, man müsse beim Parkingmeter die Autonummer eingeben. «Da muss ich sie doch zuerst abschrauben.»

Wie eine mediale «No-Billag»-Welt daherkommen könnte, glossierten Rengli und Läggerli dann anschaulich. Es habe sich gezeigt: Zwischen der Werbung gäbe es gar Fakten. Die beiden Frauen wussten aber auch, weshalb in Davos alle Donald Trump auf die Schliche gingen: Der amerikanische Präsident habe eben den Clown am WEF so perfekt gespielt, dass es gar niemand gemerkt habe. Und zum Lokalgeschehen: Ein Transfer wäre für die Willisauer Ringer angebracht, falls diese wirklich mal den Meisterpokal stemmen wollten: «Ähr stöut allii ii Schatte – bim RCW ghört de Christian Constantin of d’Matte».

Seit 20 Jahren sind die Rätschwyber Lisbeth & Romy am Güdismontag in Willisau mit dabei, mit der gleichen Melodie, im selben Kostüm – und sie versprechen: «Wir kommen noch, solange uns die Kleider passen». Zu der ganzen misslichen Geschichte rund um das Begrapschen haben die beiden Hinterländerinnen ein handfestes Rezept entwickelt: «Sexuelli Beläschtigung esch s`Thema, sogar im Bundeshus; werom lot mer’s so wit lo cho, mer chöme ned drus! Fraue, ehr mönd ned im Nachhinein schimpfe ond chätsche, dönd doch dene ‹Grapscher› vor de Tat, eis a Grend äne tätsche!»

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