Luzern
08.09.2017 17:46

Breiter Protest gegen das Sparen im Kanton Luzern

  • Rund 1200 Personen protestierten am Freitag auf dem Luzerner Theaterplatz gegen Sparmassnahmen.
    Rund 1200 Personen protestierten am Freitag auf dem Luzerner Theaterplatz gegen Sparmassnahmen. | Bild: Pius Amrein (8. September 2017)
  • Hunderte protestieren am Freitagnachmittag gegen die Sparpläne.
    Hunderte protestieren am Freitagnachmittag gegen die Sparpläne. | Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 8. September 2017)
  • Die Luzerner Kulturszene versammelt sich auf dem Theaterplatz.
    Die Luzerner Kulturszene versammelt sich auf dem Theaterplatz. | Bild: jem
  • Über 1000 Personen versammelten sich auf dem Theaterplatz, um gegen die Sparpläne zu protestieren.
    Über 1000 Personen versammelten sich auf dem Theaterplatz, um gegen die Sparpläne zu protestieren.
KUNDGEBUNG ⋅ Im ganzen Kanton Luzern wurde am Freitag gegen die Sparmassnahmen protestiert. Allein in Luzern versammelten sich über 1000 Personen – und stellten klare Forderungen an die Regierung.

Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch

Sie war der Höhepunkt des kantonalen Aktionstags gegen die Sparpolitik: Um Punkt 17 Uhr versammelten sich rund 1200 Personen auf dem Theaterplatz in Luzern und machten ihrem Unmut über die Zustände im Kanton Luzern Luft. An einer Landsgemeinde verabschiedeten sie ein Manifest, das eine klare Botschaft hatte:

Mit den Abbaumassnahmen im Bildungsbereich, bei der Sicherheit, der Kultur (siehe Kasten) und den Prämienverbilligungen könne es nicht weitergehen. Der Aktionstag stand dar­um unter dem Motto «Das kann nicht weg». Veranstaltet hat ihn eine breite Allianz unter der Federführung der IG Kultur Luzern und der Luzerner Allianz für Lebensqualität. Beteiligt waren Institutionen aus verschiedenen Sparten wie der Kultur, dem öffentlichen Verkehr oder dem ­Migrationsbereich. «Es war unser Ziel, viele Personen mit unterschiedlichen Hintergründen zu mobilisieren. Das haben wir geschafft», sagte SP-Kantonsrat Marcel Budmiger, der mitverantwortlich für die Durchführung des Aktionstages war.

An der Landsgemeinde trat eine Vielzahl von Rednern auf – darunter Politiker wie die Kantonsräte Michael Töngi (Grüne, Luzern) oder SP-Präsident David Roth. Diese hielten mit Kritik nicht zurück und liessen am Luzerner Regierungsrat kein gutes Haar. Wie etwa Roth, der sagte: «Es kann zwar nicht alles weg. Aber einiges schon.» Woraufhin er die Namen der fünf Luzerner Regierungsräte nannte, was das Publikum mit tosendem Applaus quittierte.

Kulturschaffende unterbrachen ihr Programm

Nebst der Landsgemeinde gab es am Freitag im ganzen Kanton über 30 Protestaktionen. So wurden im Luzerner Kunstmuseum Bilder abgehängt. Die Botschaft: Die Sparmassnahmen hinterlassen ihre Spuren. Zudem gab es um 20.40 Uhr einen gross angelegten Kulturstopp. 27 Veranstalter unterbrachen ihre Vorstellungen für fünf Minuten.

Am Samstag soll erneuter Protest folgen. In Horw und Sempach, aber auch im Literaturhaus der Zentralschweiz in Stans sind Aktionen geplant.

Bilderserien zum Artikel (1)

Videos zum Artikel (3)

  • Widerstand in Luzern gegen die Sparmassnahmen

  • Das Manifest im Wortlaut

  • Protest gegen Wegsparen in Luzern

Kommentare

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08.09.2017 22:13

Sparen ja, Es gibt zahlreiche Projekte in der Stadt und im Kanton, welche zurück gestellt werden können. In der Stadt z.B. die Bahnhofstrasse hat überhaupt keine Priorität, dann Umbau des Inseli, bereits dies sind viele Millionen. Beim Kanton,, warum baut man die zur Uni gehörenden Erweiterungen nicht dort, wo bereits Land , welches dem Kanton gehört. Warum sucht man neue Standorte, mit zusätzlicher Infrastruktur, wenn anderswo bereits vorhanden. Warum aut man nicht dort, wo die Verkehrsanbindungen vorhanden sind. Brauchen wir zusätzliche neue Asylzentren (Ausschaffungszentren) statt dass man die 90 % nicht Arbeitswilligen sofort ausschaft. Wie viel Geld können wir damit sparen.Warum schränkt man den privaten Verkehr laufend ein und baut zusätzliche Busspuren, welche mit Steuern und durch den privaten Verkehr finanziert werden. Woran baut man die Asylindustrie immer weiter aus? Somit ist genug Geld für die Sicherheit und die Bildung vorhanden.

Josef Hofstetter ⋅ Beiträge: 1548
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