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DOKUMENTARFILM

Der wohl aufwendigste Surf-Film aller Zeiten wird heute in Luzern gezeigt

Nur heute Abend ist im Kino Bourbaki der Film «Bunker 77» zu sehen, der sich um das Leben des legendären Starsurfers Bunker Spreckles dreht. Regisseur Takuji Masuda hat zwölf Jahre daran gearbeitet.
14.02.2018 | 11:25

Wer am heutigen Valentinstag noch etwas besonderes unternehmen will, dürfte im Kino Bourbaki fündig werden. Dort wird nur heute Abend um 20.50 Uhr im Rahmen der «Surf Film Nacht» der wohl aufwendigste Surf-Film aller Zeiten gezeigt. Der preisgekrönte Dokumentarfilm «Bunker 77» stammt vom japanischen Regisseur Takuji Masuda. Zwölf Jahre hat er am 90-minütigen Werk gearbeitet. Masuda realisierte den Film mit der in Wollerau ansässigen Produktionsfirma Endangered Spirit. 

Der Film, der mit viel Archivmaterial arbeitet, erzählt die Geschichte von Bunker Spreckles, einem legendären Star der Surfszene, der 1977 mit 27 Jahren an einer Überdosis starb. Spreckels war der Stiefsohn von Schauspieler Clark Gable («Vom Winde verweht») und Erbe eines millionenschweren Zucker-Imperiums. Als Surfer ritt er unter anderem auf den gefährlichsten Wellen Hawaiis.

Regisseur und  Ex-Surfprofi Takuji Masuda wuchs in Japan auf und studierte in Kanada und den USA. Er lebte längere Zeit in der Schweiz. Masuda wird heute an der Filmvorführung im Bourbaki anwesend sein. Unsere Zeitung konnte ihm im Vorfeld einige Fragen stellen.

Takuji Masuda, aus welchem Grund wollten Sie einen Film über Bunker Spreckles drehen?

Bunker hat in der Surfszene den Ruf, der wildeste Surfstar zu sein. Ausserdem ist er in der Pipeline (berühmte Welle in Hawaii, Anm. d. Red.) auf einem extrem kurzen Surfbrett geritten, was damals aussergewöhnlich war. Ich habe realisiert, dass noch niemand genauer nach den Gründen für sein radikales Verhalten gesucht hat. Das hat mich interessiert.

Sie haben zwölf Jahre an dem Film gearbeitet. Warum so lange?

Bunker Spreckles Leben war sehr komplex. Zudem war es das erste Mal für mich, dass ich einen Film in Spielfilmlänge drehte. Ich wollte ihn nicht zu früh publizieren. Etwa im elften Jahr war mein Testpublikum bei den Vorführungen nicht nur informiert, sondern auch emotional tief berührt durch den Film. Das war der Grund, weshalb ich die Arbeiten abgeschlossen habe.

Sie zeigen den Film derzeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wie reagiert das hiesige Publikum auf Ihr Werk?

Mein Vertriebspartner Nouvague hat mich sehr beeindruckt, indem er es schaffte, dass die meisten Vorführungen ausverkauft sind. In der Schweiz zeige ich den Film vor allem, weil ich hier tief verwurzelt bin. Ich habe über 13 Jahre lang im Kanton Schwyz gelebt, mein Sohn wurde vor 8 Jahren hier geboren. Ich habe viele schöne Erinnerungen an diese Zeit.

Sie sind selbst Surfer. Wo surfen Sie am liebsten?

Wie Bunker habe ich auch mehr als zwanzig Jahre die Pipeline gesurft. Ich war sogar japanischer Meister 2001. Dadurch habe ich schon das Gefühl, dass ich zur Szene gehöre.

Junge Schweizer entdecken den Surfsport immer mehr für sich. Die Faszination scheint keine Grenzen zu kennen.

Wir hatten damals viel Spass, die Fluss-Wellen in Bremgarten zu reiten. Manchmal surften wir auch hinter den Booten auf dem Zürichsee. Schweizer Surfer sind sehr athletisch. Sie verstehen auch viel vom Surfen, weil sie Erfahrung vom Snowboarden und Skaten haben. Ich hoffe, dass mein Film helfen wird, über die kulturellen Aspekte in dieser Szene zu informieren.

gjo/bev

Hinweis: http://bunker77film.com/
Video: Trailer Bunker 77

(Vimeo / Nouvague, 14.02.2018)



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