Luzern
16.01.2017 09:09

Viscosistadt: Jetzt wird gebaut

  • Der Bau 745 steht bereits. Nun ist die Baubewilligung für den angrenzenden Bau 744 erteilt worden.
    Der Bau 745 steht bereits. Nun ist die Baubewilligung für den angrenzenden Bau 744 erteilt worden. | Keystone/Urs Flueeler
  • Grafik Janina Noser
EMMEN ⋅ Der Luzerner Regierungsrat hat den Bebauungsplan der Gemeinde genehmigt. Nun geht es der Pilothalle, in der die Oper «Rigoletto» aufgeführt worden ist, an den Kragen.

Die Umbaupläne für die Emmer Viscosistadt sind schon lange bekannt – nun werden sie Wirklichkeit. Das Industriequartier soll in einen urbanen Stadtteil mit Wohnungen, Bistros, Büros und Grünflächen umgebaut werden. Ihren industriellen Charakter soll die Viscosistadt des Fadenherstellers Monosuisse (Nachfolger der Viscosuisse) dadurch jedoch nicht verlieren.

Nun ist die Entwicklung des neuen Stadtteils planungsrechtlich gesichert. Der Luzerner Regierungsrat hat den Bebauungsplan und die dazugehörige Umzonung genehmigt, wie die Gemeinde gestern mitteilte. Der Emmer Einwohnerrat hat bereits letzten März grünes Licht gegeben. «Die Industriezone in eine Mischzone umzuwandeln, ist ein langer und schwieriger Prozess», sagt Gemeinderat Josef Schmidli (CVP), zuständig für die Bereiche Bau und Umwelt. Diese Transformation konnte mit dem Bebauungsplan nun definitiv gesichert werden.

Die Hochschule bekommt ein zweites Gebäude

Ein Teil der Hochschule Luzern – Design und Kunst wurde bereits vergangenen Herbst in die Viscosistadt verlagert (wir berichteten). Für diese Zwecke wurde der Bau 745 für 25 Millionen umgebaut und renoviert. In einer zweiten Etappe zügeln nun auch die an der Sentimatt und der Baselstrasse verbliebenen Büros und Ateliers der Hochschule nach Emmen.

Der Gemeinderat hat der Viscosistadt AG vergangenen Mittwoch die Baubewilligung für den Bau 744 erteilt. Die Pilothalle, in der die Oper «Rigoletto» aufgeführt wurde, wird demnächst abgebrochen, und an dessen Stelle wird ein Neubau errichtet, in dem die angehenden Künstler und Designer ihrem Studium nachgehen können. Der Neubau wird baulich und funktional unmittelbar an das bereits bestehende Gebäude 745 der Hochschule anschliessen. Ab 2019 sollen dann 850 Studierende und 140 Mitarbeitende die Viscosistadt beleben.

«Die Baubewilligung ist ein grosser Schritt für die Gemeinde Emmen und das Vorhaben der Viscosistadt», sagt Schmidli. Zusammen mit dem Bau 744 werde auch der Emmenpark eröffnet. Der Park befindet sich direkt hinter dem Bau 745 und ist wie eine Flussterrasse ausgestaltet, die einem Zugang zur Kleinen Emme verschafft. Bis anhin hatte Emmen keinen wirklichen Bezug zum Fluss, was damit geändert werden soll.

Wohnungen vor Lärm schützen

Das ehemalige Industriegebiet von der Grösse der Luzerner Altstadt könnte dereinst Platz für bis zu 1000 neue Wohnungen und 1500 Arbeitsplätze bieten. Mit dem Bau eines weiteren neuen Gebäudekomplexes mit Wohnungen könnte ab zirka 2025 begonnen werden. Die Lärmbelastung ist durch die viel befahrene Gerliswilstrasse, die Gleisanlagen, die Swiss Steel AG und das Kino Maxx am Rande der Viscosistadt jedoch eher hoch. Aus diesem Grund sind die Wohnungen im Inneren vorgesehen, wo sie von diesem Lärm durch die höheren Gebäude am Rand abgeschirmt sind (siehe Karte).

Der Wandel zeichnet sich noch an vielen weiteren Stellen ab. Die Viscose-Eventbar stellt Ende Februar den Betrieb ein, weil daneben ein Neubau geplant ist, der einschneidende Eingriffe in den Gebäudeteil der Eventbar zur Folge hat (Ausgabe vom 12. Januar). Im Neubau sollen Büroräume entstehen. Weiter zieht die Firma Auviso, Anbieter von audiovisueller Technik, demnächst von Kriens in ein altes Industriegebäude der Viscosistadt.

Im kommenden Halbjahr steht zudem die Eröffnung einer öffentlichen Kantine an. Sie kommt im Gebäude des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) unter. Langfristig sind im nördlichen Gebiet zwei Hochhäuser sowie ein Gebäudekomplex mit Wohnanteil geplant. Die Hochhäuser sollen maximal 32 Meter hoch werden. Heute befinden sich dort ein Kiesparkplatz, ein Ökihof und einzelne Baracken. Auch der verschachtelte Industriebau beim Kino Maxx soll in ferner Zukunft durch eine Neuüberbauung mit Innenhof ersetzt werden.

Oliver Schneider

region@luzernerzeitung.ch

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