Wirtschaft
14.09.2017 09:54

SNB schraubt nicht an ihrer Geldpolitik

  • Unveränderte Geldpolitik: SNB-Präsident Thomas Jordan gibt den Kurs vor. (Archiv)
    Unveränderte Geldpolitik: SNB-Präsident Thomas Jordan gibt den Kurs vor. (Archiv) | Keystone/ANTHONY ANEX
GELDPOLITIK ⋅ Die Schweizerische Nationalbank (SNB) bleibt ihrem geldpolitischen Kurs treu: Banken müssen für Sichteinlagen bei der SNB weiterhin 0,75 Prozent Negativzinsen bezahlen. Auch auf dem Devisenmarkt bleibt die SNB bei Bedarf aktiv.

Die SNB bestätigte damit am Donnerstag ihre bisherige "Zweisäulen-Politik" im Kampf gegen den starken Franken. Ebenfalls unverändert beliess die Nationalbank den Leitzins. Das Zielband für den Drei-Monats-Libor beträgt weiterhin -0,25 bis -1,25 Prozent.

Die Entscheide wurde in dieser Form erwartet. Praktisch alle Experten gingen von einer unveränderten Geldpolitik der SNB aus, obwohl der Schweizer Franken gegenüber dem Euro in letzter Zeit an Wert verloren hatte.

Die meisten Experten erwarten eine Zinsanhebung in der Schweiz erst, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) vorlegt. Dies könnte nach Ansicht der meisten Analysten erst im nächsten Jahr der Fall sein.

Franken "hoch bewertet"

Abgeschwächt hat die SNB ihre Wortwahl mit Blick auf die Wechselkurse. Der Schweizer Franken sei "weiterhin hoch bewertet", so die Notenbanker. Zuletzt war stets von einem "deutlich überbewerteten" Franken die Rede gewesen.

Die Wechselkursentwicklung trage zu einem gewissen Abbau der deutlichen Überbewertung des Frankens bei, heisst es in der Begründung der SNB. Die Situation am Devisenmarkt sei aber nach wie vor fragil.

Der Negativzins und die Bereitschaft der Nationalbank, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren, bleiben nach Ansicht der SNB deshalb unverändert notwendig, um Anlagen in Schweizer Franken weniger attraktiv zu machen und so den Druck auf den Franken zu verringern.

Seit der letzten Lagebeurteilung von Mitte Juni hat sich der Franken gegenüber dem Euro abgeschwächt. Notierte der Euro-Franken-Kurs damals bei knapp 1,09, steht er aktuell bei knapp 1,15. Zum Dollar hingegen gewann der Franken seit Mitte Juni etwas an Wert.

Wachstumsprognose gesenkt

Die Nationalbank senkte wegen der schwachen ersten Jahreshälfte die Wachstumsprognose für die Schweizer Wirtschaft. Neu erwartet sie für das laufende Jahr ein BIP-Wachstum von 1 Prozent. Im Juni war sie noch von rund 1,5 Prozent ausgegangen.

Die Prognose der Teuerung für das laufende und das nächste Jahr erhöhte die SNB von 0,3 auf 0,4 Prozent. Für 2019 erwarten die Währungshüter neu eine Inflation von 1,1 statt 1,0 Prozent. (sda)

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