Panorama
11.09.2017 22:44

Kommentar

Nach Hurrikan «Irma»: Besinnen auf Gemeinsames

USA-Korrespondent Renzo Ruf zum Hurrikan «Irma»

Es ist ein reiner Zufall, dass in New York, Virginia und Pennsylvania am Montag den Opfern des Terroranschlags vom 11. September 2001 gedacht wurde – während die Bevölkerung im Süden Floridas einen ersten Blick auf die massiven Schäden warf, die der Hurrikan Irma verursacht hatte. Aber vielleicht gibt es eine Parallele zwischen dem furchtbarsten Terroranschlag in der Geschichte der USA und der Belastungsprobe, vor der Florida nun steht. Und diese Parallele ist die Willenskraft der Bevölkerung.

Amerika ist immer dann ein grossartiges Land, wenn sich ganz normale Bürgerinnen und Bürger im Nachgang zu einer Katastrophe ihrer Werte besinnen und freiwillig bei der Be­wältigung einer Krise mitanpacken. Dies mag salbungsvoll klingen. Wenn sich aber Hunderte von Freiwilligen dazu aufmachen, im Nachgang zum fast schon vergessenen Hurrikan Harvey in Texas und Louisiana Menschenleben zu retten, dann sollte man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

Keine Frage: Die USA sind ein tief gespaltenes Land, und Demokraten und Republikaner scheinen immer weniger gemeinsam zu haben. Dafür verantwortlich sind auch Politiker, die diesen Graben vertiefen wollen, weil sie der Meinung sind, dies werde ihre Karriere vorantreiben. Aber letztlich haben Amerikanerinnen und Amerikaner – ganz egal, wo sie geboren sind, welche Hautfarbe sie besitzen oder welche Sprache sie sprechen – mehr gemeinsam, als sie bisweilen das Gefühl haben. Hoffentlich vergessen sie das nicht, wenn sich das Hochwasser wieder zurückzieht und die Schäden, die Stürme wie Harvey und Irma angerichtet haben, repariert sind.

Renzo Ruf, Washington

nachrichten@luzernerzeitung.ch

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