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PREMIERE

Als Vierzylinder begeistert der Jaguar F-Type auch Sparfüchse

03.02.2018 | 04:40

Jaguar zeigt ein Herz für Menschen, die Spass haben und trotzdem sparen wollen, und eifert zugleich weiter dem grossen Vorbild Porsche nach. Denn genau wie die Deutschen bei 911 und dem Duo aus Boxster und Cayman fächern auch die Briten ihre Modellpalette immer weiter auf. Nirgendwo sieht man das besser als beim F-Type, der ziemlich genau zwischen den beiden Stuttgarter Sportwagen sitzt und zum neuen Modelljahr in gleich 14 Varianten in der Preisliste steht.

Die jüngste und zugleich spannendste davon ist der F-Type P300. Zum ersten Mal in der mittlerweile auch schon fünfjährigen Geschichte von Coupé und Roadster gibt es den Sportwagen nun mit einem Vierzylinder – genau wie die Porsches Cayman und Boxster. Das drückt nicht nur den Normverbrauch um 1,2 auf 7,2 Liter. Sondern vor allem sinkt der Preis – und fällt für das geschlossene Modell sogar unter die Schwelle von 70000 Franken. Das Coupé steht ab 67300 und das Cabrio-Modell ab 74700 Franken in der Liste.

Zwei Zylinder weniger fallen nicht ins Gewicht

Objektiv kann man den Abschied von den zwei Zylindern gut verschmerzen. Nicht umsonst entwickelt der nagelneue 2,0-Liter mit Hilfe seines Turbos stolze 300 PS und geht mit imposanten 400 Nm zu Werke, die obendrein schon ab 1500 Touren anliegen und bis 4500 Touren abgerufen werden können. Egal welchen Gang die seidensaubere Achtgangautomatik gerade eingelegt hat, macht der Jaguar deshalb beim Kickdown immer einen grossen Satz. Entsprechend reicht das für einen Sprintwert von 5,7 Sekunden, der gerade mal 0,4 Sekunden unter dem 340 PS starken V6-Modell liegt. Und ob man nun bei Vollgas 250 km/h oder 260 km/h fährt, das macht wirklich keinen grossen Unterschied – im Coupé nicht und im offenen F-Type schon gar nicht. Denn die Frisur kann man hier wie dort komplett vergessen. Ausserdem ist der F-Type mit dem kleineren Motor auch noch ein bisschen leichter auf der Vorderachse und lässt sich so noch enger durch die Kurven führen. Nicht dass er mit seinen Sechs- oder Achtzylindern wirklich schwer und sperrig wäre. Aber weil weniger bei Sportwagen immer mehr ist, spürt man den Unterschied beim Einlenken eben trotzdem – oder bildet ihn sich zumindest ein.

Beim Motorensound fehlt der satte Bass

Das Einzige, was einem am neuen Motor fehlen könnte, das sind Sound und Souveränität. Denn so kräftig der Vierzylinder auch ist und so wütend er durch die End­rohre knurrt – er hat einfach nicht diese verruchte Tiefe und den satten Bass, den man nur aus einem grossen Hubraum zaubern kann. Und wer einmal einen englischen V8 gefahren hat mit allem seinem Grölen und Dröhnen, mit seinem Brüllen und Bollern – der will von Vierzylindern im Leben nichts mehr wissen.

Es sei denn, man macht sich die 10300 Franken bewusst, die man zum nächstteuren Modell plötzlich sparen kann, und investiert das Geld in ein bisschen zusätzliche Ausstattung. Der zum neuen Modelljahr um zwei Inch gewachsene Touchscreen im Mitteltunnel könnte dabei eine lohnenswerte Option sein. Doch viel besser noch wäre ein adäquates Soundsystem, das es mit 770 Watt gibt. Dann könnte man die einzige nennenswerte Schwäche des neuen Basismodells ganz geflissentlich überspielen – und den Bruder Leichtfuss mit ein bisschen Heavy Metal aufpeppen.

Thomas Geiger

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