UMZUG

Ein Fehlkauf wird durch Altishofen geschleppt

Der Wettergott kennt keine Gnade: Vor dem Umzug schneite es, dann setzte der Regen ein. Ob die vielen anwesenden Häxe etwas damit zu tun hatten?
11.02.2018 | 20:52

Während rund um Altishofen die Wolken tief hängen, drückt über dem Dorf gegen 14 Uhr die Sonne durch. Dabei schneite es am Morgen, sodass sich Umzugschefin Sabi Meier hintersinnte. Sie habe gedacht: «Das darf ned wohr si», sagte sie vor dem Umzug.

Aber wie heisst es: Den Tüchtigen hilft das Glück. Und tüchtig, das sind die Fasnächtler – in Altishofen scheinbar speziell. Was da an Sujets an den fast 4000 Umzugbesuchern vorbeizog, marschierte und schränzte, war grossartig: Neben mehreren Häxe-Groppe, Moskauer und Köchen, boten in den 53 Nummern Handwerker und Bierbrauer ein Spektakel. So haben sich die Fasnachtsfrönde Bochs gedacht, dass heute, wo viele kleine Brauereien existieren, sie auch einen Gerstensaft herstellen möchten. «Das mit Heineken ist noch nicht durch. Daran gnagen wir noch. Ziel ist, mit unserem Hörnbronz gross zu werden und die Holländer zu übernehmen», sagt der Brauer mit dem grössten Stumpen. Die Männer boten mit leeren Flaschen gefüllten Bierharassen eine Show. Nicht überliefert ist, ob die Flaschen anfangs Umzug voll waren. Aber auch die Znünimanne Altishofen haben etwas zu berichten. Ihr Wagen wird von zwei Traktoren gezogen. Ein Handwerker verrät, dass ihr Traktor einen Motorschaden habe und nun die ganze Komposition abgeschleppt werden müsse. Die Gruppe erzählt die Geschichte des neuen Werkhoftraktors, der letztes Jahr nach wenigen Kilometern den Geist aufgab. Lieferant sei Zunftmeister Armin gewesen, so der Büezer lachend.

Engel und fahrbare Toiletten

Auch aktuelle Geschehnisse wurden aufgegriffen. Die Zünftigen Fasnächtler Altishofen thematisierten etwa die Gemeindefusion mit Ebersecken. Ihr Motto: «Zu viele Köche verderben den Brei.» Das Wichtigste aber war: Das Wetter hielt. Obs die Hexen richteten? Sabi Meier meint: «Ich glaube, es ist eher so, dass auch Engel Fasnacht machen.»

 

Roger Rüegger

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch

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